Namen prüfen!

Als ich 1996/97 während eines Stipendiums an der University of Pittsburgh für die Redaktion der Universitätszeitung arbeitete, fiel mir im Redaktionsbüro ein Aushang auf, der ungefähr folgenden Wortlaut hatte:
„Lieber Redakteur!

WennDu das erste Mal einen Namen falsch schreibst, passiert nichts.

Wenn Du das zweite Mal einen Namen falsch schreibst, fehlt Dein Name unter Deinem Artikel.

Wenn Du das dritte Mal einen Namen falsch schreibst, wollen wir nicht mehr mit Dir arbeiten.“
Die Redaktion hatte begriffen, dass nichts die Leser so sehr aufregte wie ein Fehler in ihrem Namen. Denn dann klingelte garantiert das Telefon in der Redaktion. Der Leser findet es zwar schlimm, wenn ein Text Rechtschreibfehler enthält, schlimmer, wenn er sachlich falsch ist, am schlimmsten aber, wenn sein Name falsch geschrieben wird .

Tun Sie mir und Ihrem Leser den Gefallen und überprüfen Sie besonders genau alle Namen, besonders den Namen des Lesers! Wenn Sie diesen Ratschlag nicht beherzigen, kann es Sie Geld kosten, wie folgende Geschichte belegt, die mir eine Seminarteilnehmerin erzählte:
„Es stimmt, aus meinem Vornamen lässt sich nicht leicht ersehen, ob ein Mann oder eine Frau dahintersteckt. Ich habe mich jedoch wiederholt darüber geärgert, dass meine Krankenkasse mich mit „Herr“ adressierte – selbst wenn ich Rechnungen meines Frauenarztes einreichte. Ich machte die Sachbearbeiterin darauf telefonisch aufmerksam. Alles blieb beim Alten. Ich schrieb einen Brief, einen zweiten und schließlich einen dritten Brief, in dem ich die Kündigung meiner Mitgliedschaft androhte. Im nächsten Brief wurde ich erneut mit ‚Herr’ angesprochen. Ich bin jetzt in einer anderen Krankenkasse Mitglied.“